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Gut Hange um 1970
Gut Hange um 1970

Gut Hange, von 1256 - 1910

Von 1256 bis ca. 1426 war Hange der Stammsitz eines Gleichnamigen Geschlechtes

Der Ritter Otto von Hange wird in der Urkunde vom 24. Mai 1303, die die Beendigung der Fehde zwischen Varendorf-Knehem-Snetlage-Kedinghemschen und dem Osnabrücker Nordland bescheinigt, zuerst erwähnt.

In den Kämpfen der Bischöfe von Osnabrück spielte Hange um 1330 eine Rolle. Als Antwort auf die Errichtung der Bleiburg bei Fürstenau wurden die Befestigung von Hange und der Ausbau zu einer Burg von dem Grafen zu Tecklenburg angeordnet.

Mit dem Tode des Hermann von Hange (Urenkel des zuletzt erwähnten Otto von Hange) starb das Geschlecht Hange im Mannesstamme aus.

Der Sohn des Hermann von Hange wird in einer Urkunde vom Jahre 1343, in der er als Zeuge auftritt, als der Ritter Hermann von Vredderen beschrieben. Er wird also die Erbtochter des wohl um diese Zeit aussterbenden Geschlechtes von Vredderen geheiratet und sich nach dessen Besitz benannt haben.

Von 1426 bis 1587 war Hange Sitz des Geschlechtes von Budde

Eine Gertrud von Vredderen heiratete um 1426 Lambert Budde von der Burg Haslage. Dadurch starb vermutlich der Name Vredderen im Mannesstamme aus.

1442 wurde Lambert Budde vom Osnabrücker Bischoff belehnt, mit dem Zehnten von Weyedes hus to Suttorpe und mit dem Zehnten von Brökers Hus, Ksp.  Thune. In Kauf und Bürgschaftsurkunden kommt Lambert bis zum Jahre 1474 vor. Ihm folgte im Besitz von Hange sein Sohn Lambert, der bis 1483 genannt wird, aber anscheinend unbeerbt starb.

Im Anschluss folgte dessen Bruder Gieseke 1487. Am 9. Januar 1481 hatte er sich mit Magarete von Bar zu Barenau vermählt. Von Giesekes Söhnen hatte Gerd am 24. September 1523 zu Gunsten sei-ner Brüder auf Hange verzichtet. Die Söhne seines zweiten Sohnes Gieseke wurden Domherren zu Paderborn und Osnabrück, sodass das Gut Hange auf den dritten Sohn Lambert überging. Dieser setzte seinem Vater am 10. Mai 1530 eine Leibrente  aus. Im Jahre 1528 vermählte sich Lambert mit Petronella von Snetlage, einer Tochter Johanns zu Lonne. Dessen Vater Walter hatte durch seine Hei-rat mit Grete Smatevolt Anteil des durch Erbteilung zerfallenen Gutes Thuine geerbt, die nun auf Lam-bert übergingen. Hierdurch gelangte das Gut Hange in den Mitbesitzt des Patronatsrechtes über Pas-torat und Küsterei der Kirche Thuine, dass es von nun an abwechselnd mit den Besitzern des Gutes Grumsmühlen ausübte. Lambert von Budde starb am 6. Dezember 1571.

Im Jahr 1573 erscheint Hugo von Budde, ein Bruder von Giesbert, der aber bald starb. Giesbert war der älteste Sohn von Lambert, der 1583 mit den Hanger Lehen belehnt wurde. Der Mannesstamm seines Geschlechtes starb aus.

 

Von 1587 bis 1635 war Hange Sitz des Geschlechtes von Schade

Eine Schwester der Brüder von Budde, namens Petronella, hatte sich am 8. September 1587 mit Otto von Schade zu Ihorst vermählt. Auf ihn gingen nun das Gut Hange und der Vechtarer Burg-mannshof (Buddenburg) über. Otto von Schade wurde von seinem Sohn, Johann Heinrich, der sich am 24. Oktober 1622 mit Elisabeth von Dorgeloh zu Bretburg vermählte, beerbt. Sie hatten zwei Töchter, Petronella, Erbin von Ihorst und Buddenburg und Elisabeth Adelheid, Erbin von Hange. Dadurch starb der Mannesstamm dieses Geschlechtes aus. 

1648 bis 1872 war das Geschlecht von Ascheberg Besitzer von Gut Hange

Elisabeth Adelheid von Schade heiratete Johann Caspar von Ascheberg zu Venne, Drost des münste-rischen Amtes Werne. Die Herren von Ascheberg werden Hange nur zweitweise bewohnt haben. Sie waren um die Wahrnehmung religiöser katholischer Interessen bemüht.

Johann Caspar gehörte 1648 zur Abordnung, die sich gegen das Vorgehen des lingenschen Drosten Rutger von Haeresolte erhob.

Der Droste war bestrebt die Kirchen mit Ihrem Vermögen den Reformierten zuzuwenden. In der Zeit war der öffentliche katholische Gottesdienst verboten. Auf Hange wurde in der Hauskapelle Messe gelesen und innerhalb seiner Gräften Prozessionen gehalten. Nach der Hauschronik war die letzte Fronleichnamsprozession 1621. Am 10. Dezember 1708 wurde der Altar aus der Kirche in Freren mit dem Kruzifix heimlich nach Hange gebracht, weil in der Pfarrkirche kein katholischer Gottesdienst ge-halten werden durfte.

Der Sohn von Johann Caspar, Johann Detmar, der Erbe der Güter Werne, Geist und Hange wurde, heiratete Pauline von der Recke zu Steinfurt und starb am 14. September 1677.

Dessen Sohn, der Müntersche Geheime Rat, Johann Mathias von Ascheberg heiratete 1697 Katharina Elisabeth von Lipperheide, eine Enkelin des Johann Caspar. Sie brachte ihm als Erbin die Güter Ihorst und Buddenburg zu. Er vereinigte so die alten Buddeschen Besitzungen wieder in eine Hand. Johann Mathias starb im Jahre 1732.

Ihm folgte sein Sohn Ernst Friedrich von Ascheberg. Dieser heiratete Ursula Sophie von Droste zu Füchten. Danach ging das Gut Hange an dessen Sohn Mathias Caspar, verheiratet mit Margaretha Franziska von Etzbach hoch zu Dückenburg und Langen. Er wurde 1763 mit den Hanger Lehen be-vollmächtigt. Am 15. August 1816 übertrug er Hange auf seinen Sohn Max Friedrich, unter Vorbehalt des Nießbrauches  auf Lebenszeit. Dieser hatte Hange schon mit einer beträchtlichen Schuldensumme übernehmen müssen. Am 4. November 1840 ließ er, als Legat für seine Kinder, nochmals 16.000 Taler auf dem Gut hypothekarisch eintragen.

Max Friedrich war vermählt mit Maria Anna von Weichs zu Körtlinghausen. Er hinterließ seine Güter seinem Sohn Mathias, der Hange, mit Ausnahme eines nördlich von Freren gelegenen Gehölzes und der Einkünfte von 13 im Preußischen gelegen Eingenbehörigen, am 21. Oktober 1848 für 34.755 Taler und 18 Groschen an seinen Bruder Josef und dessen Frau Anna geb. Middendorf, verkaufte. Die Kaufsumme wurde ausgeglichen durch Übernahme von 14.755 Taler und 18 Groschen eingetragener Schulden und der Aufrechnung von zwei Forderungen von 12.500 Taler und 7.500 Taler, die Josef an seinen Bruder hatte.

Von 1872 bis 1874

Das völlig verschuldetet Gut war jedoch auf die Dauer nicht zu halten. Zumal die Gefälle der ehemali-gen Eigenbehörigen größtenteils abgelöst waren. Es wurde im Jahre 1872 meistbietend für 24.050 Taler an Eduard Evers aus Ostbevern und Nikolaus Schwegmann aus Lengerich verkauft.

Von 1874 bis 1910

Eduard Evers und Nikolaus Schwegmann mussten es jedoch schon 1874 an den Kaufmann Gustav Russel aus Zwolle (Holland), der einer Haselünner Familie entstammte, weiter veräußern.

Russel erhöhte 1894 das Herrenhaus um ein zweites Stockwerk und ließ einen Turm davor bauen. Desweiteren vergrößerte er das Gut durch Ankauf von 250 Morgen Heideland.

Beim Bau eines Pavillons im Garten, der heute noch erhalten ist, verwendete er Wappensteine von dem alten Gut Venhaus. Dieser Pavillon wurde zunächst wohl als kleine Kapelle verwendet, danach als Abstellraum für Gartengeräte usw. Erfreulicherweise wurde 1985 das Dach neu gedeckt und dadurch der Bestand gerettet. An dem Pavillon verweisen zum Teil kaum noch lesbare Inschriften und Wappen auf den früheren Besitzer des Gutes Venhaus.

Unter Vorbehalt des Wohnrechtes auf Lebenszeit verkaufte Gustav Russel Hange am 01. August 1910 an das Georgstift in Thuine für 100.000 Mark.

(Quelle: SETLAGE, Leben im Dreiländereck, Freren/Setlage 2014, Seite 36 f.)

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(c) Klaus Laake